Und wieder ein Symbolbild für die Berliner Verkehrswende

Über Nacht fängt irgendeine Firma an ein Loch zu buddeln und für Radfahrer gilt mal wieder: Kommt halt klar.

Das führt zwangsläufig zu Situationen wie der im Bild, dass sich nämlich Fußgänger und Radfahrer auf 2 Meter Breite arrangieren müssen, während nebenan 15 Meter Fahrbahn von Autos blockiert sind. Selbst ich fahre hier nicht auf der Straße…

Die Unfähigkeit der Berliner Verwaltung

Im Jahre 2019, also gut ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Berliner Mobilitätsgesetzes, sieht es in der Realität immer noch so aus:

An der Ecke Beusselstraße/ Kaiserin-Augusta-Allee ist der Radweg wegen irgend eines Lochs gesperrt und keine Alternative oder Absicherung vorhanden. Es steht da lediglich ein – sicher viel beachtetes – Warnschild.

Radfahrende werden also einfach in den zweispurigen Verkehr geworfen.

Es ist so erbärmlich, dass man sich eigentlich nur schämen kann für die geballte Unfähigkeit, die einem immer wieder entgegen schlägt.

Ich habe das heute der Verkerslenkung gemeldet und bin wirklich gespannt, wie das Problem gelöst wird.

Nein, nur Spaß. Ich erwarte natürlich nichts dergleichen…

 

Problemlösung auf Berliner Art

Hier hat es irgendeine Reiberei zwischen zwei Fahrzeugen gegeben und während die Polizei das klärt wird dann eben der Bürgersteig inklusive des Radwegs komplett blockiert. Die anwesenden Polizisten nehmen darn selbstverständlich auch keinen Anstoß – Hauptsache die Fahrbahn bleibt frei und der Autoverkehr wird nicht beeinträchtig. Da können sich dann Radfahrer, Mütter mit Kinderwagen und Passanten die 50cm teilen, die man großzügigerweise frei lässt. So macht man das hier in der Fahrradstadt Berlin.

Was auf dem Bild nicht fehlt ist ein Berliner Polizist, aber es interessiert ihn nicht.

Nein. Doch! Oh!

Von wegen Verkehrswende

Man liest ja jetzt allerorten davon, dass sich jetzt aber mal so richtig etwas ändern wird in Berlin (und anderswo). Und dann denke ich so: Hey, 30 Jahre nachdem ich im Studium über vernünftige Verkehrskonzepte gelesen und geschrieben habe passiert doch noch etwas…
Aber ein Blick in die Stadt zeigt, dass sich gar nichts ändert. Die Polizei schaut weg, wenn Autos den letzten halteverbotsbewehrten Zentimeter zuparken und die Bauverwaltung diskriminiert den Radverkehr wie schon vor 30 Jahren. Aktuelles Beispiel: Die Friesenstrasse in Kreuzberg.

Baustelle. Radfahren verboten, that’s it. Es ist zum Kotzen.

 

Radfahrer kommt klar (3)

Ein richtig schlechter Witz. Keiner lacht.

Ein alter, unbeliebter Bekannter ist zurück: An der Alt-Moabit Höhe Hausnummer 59-61 ist  jetzt der Radweg wieder gesperrt und wird ohne jeden Sinn oder gar Verstand einfach auf die Fahrspur geworfen. Dort ist überhaupt kein Platz für Radfahrer.

Ich habe diesen Zustand per Email (baustellenkoordinierung@senuvk.berlin.de) an die zuständige Senatsverwaltung gesendet und gehe davon aus, dass diese alles in Ihrer Macht stehende tun wird: Nichts!

Nachtrag 14.11.

Nach mittlerweile 8 Tagen habe ich weder eine Eingangsbestätigung noch eine Antwort von dieser Stelle bezüglich meiner Beschwerde erhalten.

Radfahrer, kommt klar (2)

Also, das hier ist meine Lieblingsstelle, weil irgendwie symptomatisch: Fährt man vom Potsdamer Platz kommend durch den Tiergarten in Richtung Straße des 17. Juni/ großer Stern, dann trifft man auf die besagte Straße.

Dort fahren täglich zu den üblichen Berufsverkehrszeiten hunderte von Radfahrern , die sich entschieden haben, gesund sowie umwelt- und sozialverträglich ins Büro zu kommen. Oder die halt einfach gerne Rad fahren. Jedenfalls ist da richtig was los. „Radfahrer, kommt klar (2)“ weiterlesen

Radfahrer, kommt klar! (1)

Aktuell: Alt Moabit

Aus der Rubrik: „Radfahrer seht halt bitteschön wo ihr bleibt“, oder kurz „kommt klar“. So sieht das aus, wenn man in Berlin ein Loch gräbt, eine Straße saniert oder sonst irgendetwas anderes baut oder zu bauen versucht. Da wird man als Radfahrer dann einfach mitten rein geschickt in den Verkehr.

Ich warte täglich auf den ersten Verletzten.

Es ändert sich nichts…

Ganz herzlichen Dank an die Betonfraktion (Verkehrsverwaltung).

PS: Wer hier als Radfahrer den Gehweg benutzt handelt meines Erachtens in Notwehr und hat mein volles Verständnis, solange er Rücksicht auf die Fußgänger nimmt.

NACHTRAG:
Da ich heute an genau dieser Stelle bei Verlassen der Toreinfahrt auf dem Fußweg von einem schwachmatigen Radfahrer im Pseudo-Fahrradkurier-Look beinahe umgenietet worden wäre, möchte ich doch auf den zweiten, konditionalen Halbsatz in meinem PS nochmal deutlich hinweisen: „solange er Rücksicht auf die Fußgänger nimmt.