Die große Koalition lehnt ein Tempolimit ab

und zeigt damit wieder einmal, dass alles Gerede über Klimaschutzziele und Vision Zero nur leeres Gewäsch ist.

Und zur Begründung ist dann keine Phrase zu hohl, Scheuer findet ein Tempolimit „gegen den Menschenverstand*“ weil ihm erstens derselbe offenbar abgeht und er zweitens kein einziges sachliches Argument dagegen vorzubringen hat. Dafür beklagt er den Ansatz der „ständigen Gängelung [der Autofahrer, Ergänzung des Autors]“*. Und dann AKK, die auch einmal etwas richtig machen will und ins gleich Horn stößt und meint, „dass man eine ganze Gruppe, nämlich die Autofahrer, quälen und bestrafen will, als dass man wirklich damit eine sinnvolle Klimaschutzdebatte führen will.“ Ja stimmt, die haben es ja bekanntlich echt schwer bei uns in Deutschland, die armen Autofahrer. Es ist ja quasi ein stehender Ausdruck in der ganzen Welt, eine benachteiligte Person als arm dran „wie ein Autofahrer in Deutschland“ zu bezeichnen. Haben Sie noch nie gehört? Tja, kann ich mir jetzt auch nicht erklären.

Und dann der Scheuer wieder: „Das Tempolimit ist eine typisch ideologische Verbotsdiskussion aus der grünen Mottenkiste.“* Wow, was für ein grotesker Blödsinn. Alle europäischen Länder und die USA und im Grunde alle anderen Länder auf Gottes weiter Erde sind ja bekannt dafür, dass sie seit Jahrzehnten ideologische Verbote aus der grünen Mottenkiste umsetzen. Oder wie erklärt sich DER HERR, dass die alle schon lange ein Tempolimit haben. Könnte es vielleicht doch einfach gute Gründe geben? Ach nein, DER HERR erklärt ja nichts, er hat ja den „Menschenverstand“ auf seiner Seite.

Nicht mal Trump fordert freie Fahrt für freie Bürger. Aber das kann ja noch werden. Ich traue es ihm zu.

* zitiert nach https://www.spiegel.de/auto/aktuell/tempolimit-andreas-scheuer-beklagt-staendige-gaengelung-a-1250232.html

Platzverbrauch des MIV visualisiert

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum es in Berlin so verdammt eng geworden ist. Hier die Antwort:

Quelle: https://images.washingtonpost.com

Und genau deshalb kann das mit dem Motorisierten Individualverkehr (MIV) in den wachsenden Städten nicht funktionieren. Und es ist völlig egal, ob die mit Benzin, Diesel, Strom oder Keksen angetrieben werden.

Mehr dazu gibt es hier beim „The Commuter Toolkit“:
https://www.flickr.com/photos/i-sustain/sets/72157623162925226/with/4254754527/

Der niederländische Handgriff verhindert Dooring-Unfälle

Ja, es ist wirklich so einfach: Der Dutch Reach, auch niederländischer Griff, HolländerGriff oder holländischer Griff, verhindert das Übersehen eines Radfahrers beim Öffnen der Tür eines geparkten Fahrzeugs. Dabei öffnet der Fahrer die Autotür mit der rechten Hand statt mit der näheren linken Hand.

Im Ergebnis ist die Fahrerin bzw. der Fahrer gezwungen, sich umzudrehen und sieht, ob ein Radfahrer kommt.

Angebot an alle Nazis: Hassen Sie doch Autos statt Ausländer

ACHTUNG: Satire!

Mindestens 10 Top-Vorteile, die Ihnen der Autohass im Vergleich zum Ausländerhass  bietet. Deshalb: Wechseln Sie jetzt!

  1. Autos haben sehr viele wirklich hassenswerte Eigenschaften. Zum Beispiel töten sie regelmäßig und zuverlässig sehr viele brave Deutsche (über 3.000 jedes Jahr – na spüren Sie schon den Hass in sich aufkommen? Sehr gut!). Von den Verletzten gar nicht zu reden. Und Sie wollen uns Doitsche doch beschützen, oder?
  2. Die Umstellung sollte nicht schwerfallen: Viele Autos stammen aus dem Ausland, sind also Migranten mit rein wirtschaftlichen Interessen! Fangen Sie doch einfach mit gezieltem Hass auf nichtdeutsche Marken an und weiten diesen dann schrittweise auf alle Autos aus.
  3. Es gibt viel mehr Autos in Deutschland als Ausländer, v.a. in den von Ihnen ja bevorzugt befallenen eher dünn besiedelten Gebieten, in denen es so – seien wir doch mal ehrlich – enervierend wenige richtige Ausländer gibt. Sie haben also immer zuverlässig ein Hassobjekt zur Hand!
  4. Extraplus: Es gibt sehr viele schwarze Autos, aber auch gelbe, braune, rote und sogar grüne! Jedenfalls ist die Zahl der weißen Autos sehr gering. Darüber liest man natürlich nichts in der gleichgeschalteten Systempresse! Also mich macht das sehr zornig, Sie nicht?
  5. Autos laufen nicht weg: Sie stehen entweder im Stau oder auch einfach praktisch direkt vor Ihrer Tür auf dem Bürgersteig und/ oder Radweg oder in Ihrer Einfahrt herum.
  6. Autos brennen viel besser als Ausländerunterkünfte und enthalten bereits den notwendigen Brandbeschleuniger! Nie wieder Kanisterschleppen, klingt das nicht toll? Man wird ja nicht jünger und der Rücken, Sie wissen, was ich meine…
  7. Man kann selbst als größere Gruppe ganz gemütlich um ein Auto herum stehen und gemeinschaftlich Zutreten und das ist doch genau Ihr Ding, oder?
  8. Denken Sie auch an die Challenge: Verlassen Sie die staatlich geschützte Werkstatt und legen Sie sich doch zur Abwechslung mal mit einem richtigen Gegner an: Der deutschen Autolobby gemeinsam mit der BLÖD Zeitung und unserem Autominister. Erleben Sie einmal wie es ist, wenn Ihnen die sogenannte öffentliche Meinung wirklich ernsthaft widerspricht und der Volkszorn wirklich über Sie hereinbricht! Das formt eine Gemeinschaft doch erst so richtig.
  9. Es ist sehr viel besser fürs Karma, einen leblosen Gegenstand zu hassen als  Menschen. Und man weiß ja doch nie, was nach dem tausendjährigen Reich kommt… vielleicht doch irgendeine Prüfinstanz?! Wissen wir, wie Wotan das alles sieht? Ich meine: Sicher ist sicher.
  10. Wenn Sie bei der Ausübung Ihres neuen Autohasses erwischt werden, ist es nur Sachbeschädigung bzw. ein Eigentumsdelikt und keine Körperverletzung. Ach ne, streichen Sie den Punkt… In Deutschland ist das bezogen auf das Strafmaß ja eher ungünstig… Aber: Siehe Punkt 8 dieser Liste!
  11. Ach ja: Der Nachschub ist sichergestellt – die heroische Autoindustrie pumpt Jahr für Jahr 500.000 neue Autos in unsere Städte und Gemeinden während es Ausländer ja dank moderner „Asylgesetze“ kaum noch in unser geheiligtes Doitschland schaffen…

Überzeugt? Nichts zu danken, gern geschehen!

10 Quadratmeter Berlin

Kosten 100 Euro für ein Kinderzimmer in Berlin. Jeden Monat.

Für ein Auto auf der Straße: nichts!

Für ein gewerblich genutzes Fahrzeug wie zum Beispiel ein Taxi. Nichts!

Für ein gewerblich genutzes Fahrzeug wie zum Beispiel einen Lkw: nichts!

Für ein gewerblich genutzes Fahrzeug wie zum Beispiel einen Reisebus: nichts!

Wie kann das gesellschaftlich und politisch gewollt sein und von wem?

Ehrliche Autowerbung – Hust, röchel, keuch

Foto BMW Slogan gebaut, um den tem zu rauben

Das ist der Slogan zur Einführung des BMW8 (auf den ich ja wirklich gewartet habe, weil mir alles bisher am Markt erhältlichen Penisprothesen einfach zu popelig und schwach motorisiert sind). Nach meiner persönlichen Erfahrung ist das aber kein wirklicher USP, denn atemraubend sind ja nun alle Konkurrenten auch.

Insofern ist das einfach nur schlechtes Marketing und vor dem Hintergrund eines veritablen Betrugs an hundertausenden Kundeen und der Gesellschaft (Abgasskandal, gerne auch als Dieselaffäre verniedlicht) wahlweise sehr kaltschnäuzig, völlig weltfremd oder das Ergebnis von gewaltiger Unfähigkeit. Das Traurige daran: Sie werden das Ding trotzdem verkaufen wie geschnitten Brot.

 

How dare you!

Ich finde das, was dieses junge Mädchen in New York den „Mächtigen“ gesagt hat, sehr bewegend, mutig und glasklar auf den Punkt. Hier der Anfang ihrer kurzen Ansprache:

My message is that we’ll be watching you.

This is all wrong. I shouldn’t be up here. I should be back in school on the other side of the ocean. Yet you all come to us young people for hope. How dare you!

You have stolen my dreams and my childhood with your empty words. And yet I’m one of the lucky ones. People are suffering. People are dying. Entire ecosystems are collapsing. We are in the beginning of a mass extinction, and all you can talk about is money and fairy tales of eternal economic growth. How dare you!

Hier ruft jemand laut und für alle hörbar: „Aber er hat ja gar nichts an!“ – und wie im zitierten Märchen musste das wohl ein Kind aussprechen.

Das ist die ganze Botschaft im Transkript und es gibt nichts hinzuzufügen:

https://www.npr.org/2019/09/23/763452863/transcript-greta-thunbergs-speech-at-the-u-n-climate-action-summit?t=1569357484351

Und natürlich heulen medial genau die auf, die immer aufheulen, wenn die Wahrheit allzu vernehmlich und ungeschönt ausgesprochen wird. Hört genau hin!

Für eine Zukunft.

Klimapakt? Mit Pendlepauschale kann es keine Verkehrswende geben

Es mag in diesem Wirtschaftförderungsprogramm mit Klimaanstrich ja Ansätze geben, die zumindest nicht in die falsche Richtung gehen. Wenn aber die Pendlerpauschale steigt, anstatt endlich abgeschafft zu werden, dann heisst das, dass der Bereich Verkehr (wie so Vieles) wieder einmal ausgespart wird. Genau der Bereich, bei dem auch schon in den letzen Jahrzehnten keinerlei Fortschritt erzielt wurde.

Kurz zusammengefasst: Die Pendlerpauschale belohnt lange Anfahrtswege für Gutverdienende, die dann natürlich vorwiegend  mit dem PkW bewältigt werden (weil der ÖPNV nicht ordentlich ausgebaut wird), und subventioniert die Zersiedelung durch ökologisch unsinnige Einfamilienhaus-Ghettos rund um die Ballungszentren. Und genau die produzieren den unerträglichen Pendlerverkehr, der die Innenstädte noch unbewohnbarer macht und dann noch mehr Menschen dazu bringt ebenfalls ins Grüne zu ziehen und noch mehr Pendlerverkehr erzeugen.

Ein Teufelskreis, der endlich durchbrochen werden muss.

Parke nicht auf unseren Wegen

Wohlwollend formuliert ist die Polizei in Berlin oft alleine gelassen und überfordert mit der über Jahrzehnte als Gewohnheitsrecht durch die Politik etablierten Epidemie der Rücksichtslosigkeit durch den motorisierten Verkehr. Praktisch erlebe ich, dass zumindest Teile unserer Ordnungshüter sich selbst auch nicht eben vorbildlich verhalten und  eher dem „Blick durch die Winschutzscheibe“ (für Beispiele einfach mal diesen Blog nach „Polizei“ durchsuchen) zuneigen: Die Straße gehört mir allein und ein Parkplatz ist überall, wo (m)ein Auto hinpasst, egal wem ich dabei die Sicht nehme, den Weg abschneide oder wen ich gefährde.

Nun, es gab Zeiten, da haben sich die Leute nicht so auf der Nase herumtanzen lassen und ich erinnerte mich noch an diese Aufkleber: „Parke nicht auf unseren Wegen…“

Hier die PDF „Parke-nicht-auf-unseren-Wegen“ als PDF downloaden – das Motiv ist 8 mal auf einem DIN A4 Bogen und druckt sich sehr gut auf Etiketten-Bögen (105X74 mm).

Wichtiger Hinweis: Ich übernehme keinerlei Gewähr, dass das mit Ihrem Drucker und Ihren Etiketten funktioniert und das Ergebnis irgendein bestimmtes Ziel erfüllt. Ich rate auch ausdrücklich davon ab, solche Aufkleber auf fremdem Eigentum (wie zum Beispiel auf Radwegen abgestellten Panzern o.ä.) anzubringen, da dies u.U. als Straftat* (Sachbeschädigung) verfolgt werden kann.

*Ja, Eigentum ist gut geschützt in diesem Land, besser als schnöde Menschenleben – jedenfalls im Verkehr**!

**Zur Erklärung: Einfach mal „Augenblicksversagen“ googeln…

Die reaktionäre Propaganda wirkt

Beim heutigen Spaziergang über die Bergmannstraße fanden wir den Teil zwischen Zossener Straße und Solmsstraße gesperrt und genossen die autofreie Ruhe und Sonne. An einem Infostand erfuhr ich, dass dies die Anwohner mit Unterstützung des Vereins Changing Cities organisiert haben. Diese wollen nämlich nach dem bevorstehenden Rückbau der – laut Medien ja so schrecklichen und gehassten – Parklets vor allem eines nicht: Das es wieder so wird wie vorher mit den ganzen Parkplätzen. Deshalb solle das Partizipationsverfahren abgewartet werden. Hmmm… dachte ich so bei mir. Das hatte sich ja oft in der Berichterstattung ganz anders angehört.
„Die reaktionäre Propaganda wirkt“ weiterlesen