An die Taxifahrer dieser Stadt

Neulich bin ich mit dem Taxi nach Tegel gefahren. Am Steuer der gepflegten Mercedes-Limousine mit Ledersitzen saß lässig ein sportlicher junger Mann mit südländischem Teint, schwarzem Bart und Undercut. Dem gängigen Klischee zufolge hätte der junge Mann also mindestens in einem aufgemotzten X6 sitzen müssen. Kurz: Ich hatte so meine Bedenken bezüglich der Fahrweise…

Die Fahrt nach Tegel war dann eine der entspanntesten Fahrten, die ich je im Taxi hatte. Der Fahrer schwamm angenehm im Verkehr mit, hielt vernünftigen Abstand zum Vodremann, ließ den Wagen an Ampeln sanft ausrollen und startet dann geschmeidig wieder an.  Die Spur wechselte er nur, wenn es wirklich nötig war und 50 km/h waren für ihn offenbar eine völlig ausreichende Geschwindigkeit. Ehe ich mich versah, war ich in Tegel, wo ich mit Trinkgeld und Worten herzlich für die angenehme Fahrt bedankte.

Warum ich das hier erzähle: Weil diese Fahrt leider eine absolute Ausnahme darstellt. Nehmen Sie einfach den letzten Absatz verkehren Sie alle Aussagen zur Fahrweise ins Gegenteil und Sie erhalten als Ergenbnis ein reguläres Taxierlebnis in Berlin, das normalerweise so endet, dass ich mich beim Aussteigen bekreuzige und dem Herrn danke, dass ich noch lebe.

Ich habe mir auch wiklich schon mehrfach am Ende einer Taxifahrt die Frage gestellt, ob ich jetzt das Geld herausnehme oder doch die Polizei rufe, weil der Fahrer mit konstantren 90- 100 km/h und unter Missachtung wirklich aller Regeln (ausgenommen der Schwerkraft, weswegen man sich die ganze Fahrt über festkrallen musste) durch die Stadt gefahren ist.

Wenn also mal jemand einen Taxidienst für entspannte Fahrweise gründet, ich denke an so etwas wie relaxedCab, und Kunden sucht: Hier!!!

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