Betrachtungen zum Hupen

Das Hupen der Autos und Lkw ist ein merkwürdiges Phänomen, da es ja in 99,99% aller Fälle vollkommen sinnlos und ohne jede Aussicht auf Verbesserung der jeweiligen Situation erfolgt.

Kein Stau löst sich auf und keine in die Kreuzung zurückgestaute Autoschlange verschwindet plötzlich, wenn man auf der Hupe herum hämmert oder wie die komplett psychotischen Kollegen minutenlang einfach draufhält.

Dafür teilt man aber seinen persönlichen Frust mit großem Gedöns mit einer sehr großen Anzahl von Menschen, die daran aber intressanterweise in aller Regel überhaupt nicht interessiert sind. Stattdessen würden die meisten Leute sicher sehr viel lieber in Ruhe schlafen oder arbeiten oder sich mit rücksichtsvolleren Zeitgenossen angenehm unterhalten.

Huuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuup! Hup, Hup.

Mich persönlich erinnert das stark an das Verhalten des Affen im Zoo, der aus lauter Frust und Verzweiflung mit seinen Exkrementen um sich wirft. Man sollte das mal untersuchen – ich bin mir sicher, bei beiden Vorgängen sind ähnliche Schaltregionen (ganz tief unten im Rückenmark, gleich neben dem Steißbein) aktiv und feuern fröhlich Botenstoffe.

Das ernüchternde daran ist, dass Affen im Käfig keine Wahl haben: Sie sind gefangen in ihrem Käfig und man kann für ihr Verhalten angsichts der Ausweglosigkeit sogar etwas Verständnis aufbringen. Bei Kollege Automobilist liegt der Fall anders: Er könnte seine Situation ohne Probleme ändern, denn niemand zwingt ihn, für viel Geld mit dem Auto herumzufahren. Tut er aber nicht.

Er ist mithin deutlich weniger verständig als ein Affe.

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