Nicht gesehen beim Rechtsabbiegen heisst übersetzt schlicht: Nicht geschaut

Am Samstag den 07.01. gegen 12:00 Uhr waren wir wieder einmal Zeuge, wie fahrlässige Rechtsabbieger Gesundheit und Leben anderer Verkehrsteilnehmer bedrohen. Gneisenaustraße Ecke Solmstraße in Kreuzberg biegt das Krankenfahrzeug eines privaten Transportunternehmens rechts ab und stellt sich dabei wie üblich (aber falsch) bereits mit der Nase auf den Radweg und nimmt sich so selbst die Sicht im Rückspiegel. Ein Radfahrer kommt vollkommen regelkonform den Radweg benutzend auf das Fahrzeug zugefahren, der Fahrer des Transporters achtet offenbar nur auf die Fußgänger, fährt los, rammt den Radfahrer und wirft ihn um. Das Ganze passiert glücklicherweise bei niedriger Geschwindigkeit, sodass in diesem Fall zum Glück einmal kein schwerer Schaden entstanden ist. Nur ein traumatiserter radfahrender Mensch mehr, der sich in Zukunft zweimal fragen wird, ob er sich noch auf die Straße wagt.

Ich stelle den Fahrer zur Rede und bekomme zu hören, er habe den Radfahrer nicht gesehen!!! Dabei hatte er

a) Seitenfenster (auch im Transportraum)
b) Eine Beifahrerin

Er hätte also lediglich mal über die Schulter schauen müssen, wenn er sich schon so, mit Verlaub: saublöd, hinstellt, oder seine Beifahrerin hätte aus dem Fenster schauen können. Beides ist offenbar zu viel verlangt.

Dabei ist das Problem bekannt, die Berliner Unfallstatistik führt rund 50% der Unfälle auf Verstöße (der Kraftfahrer!) beim Rechtsabbiegen zurück.

Tut mir leid, aber da habe ich kein Verständnis.

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