Kapitualtion vor der Masse an Rücksichtslosigkeit

Parken ist hier nur in den Parkbuchten links erlaubt.

Das hier ist die Hornstraße in Kreuzberg. Direkt gegenüber dem Park am Gleisdreieck gelegen handelt es sich um eine Spielstraße, in der man lediglich Schritt fahren und nur in den dafür vorgesehenen Parkbuchten (hier links im Bild) parken darf.

An schönen Sommertagen oder wie jetzt zum Radioeins Parkfest ist das aber offenbar allen egal und deshalb wird diese Spielstraße regelmäßig in einen großen unübersichtlichen Parkplatz verwandelt.

Viel Platz zum Spielen bleibt hier nicht.

Das Ordnungsamt müht sich hier zwar zumindest gelegentlich für etwas Ordnung zu sorgen. Aber offenbar bringen weder die laschen Strafen noch Einsicht in das offenkundig asoziale Verhalten die Lenkerinnen und Lenker der Automassen hier auf die Idee, diesen Platz für Kinderzu respektieren und frei zu halten.

Ich finde das ziemlich armselig.

Der Park ist übrigens durch U- und S-Bahn von mehreren Seite her sehr gut mit dem ÖPNV angebunden.

Was auf diesen Bildern – wie immer – fehlt, ist der Berliner Polizist, den das interessiert.

Radfahren auf der Straße ist erlaubt – schon seit über 20 Jahren!

Es ist erschreckend mit welcher Ignoranz gegenüber dem geltenden Recht man sich immer wieder rumquälen muss. Deshalb hier ein erster Beitrag aus der Rubrik Aufklärung:

Bis zum heutigen Tage sind gefühlte 50%(**) der Autofahrer (und 99% der Taxi- und Transporterfahrer) davon überzeugt, die Straße gehöre ihnen alleine. Die anderen 50% (bzw. 1%) dulden die Anwesenheit alternativer Verkehrsteilnehmer meist eher widerwillig und gewähren einem die Vorfahrt wenn überhaupt gerne mit gönnerhafter Attitüde.

Fakt ist: „Die Benutzungspflicht [für Radwege] ist seit der Novelle der Straßenverkehrsordnung von 1998 nur noch dann gegeben, wenn der Radweg durch ein blaues Schild (Zeichen 237, 240, 241) gekennzeichnet ist. Wo dies fehlt, darf auch bei vorhandenem Radweg die Fahrbahn benutzt werden.“(*)

Wenn mir also ein Schlauberger das altbekannte „da ist der Radweg“ aus dem offenen Fenster zugröhlt, dann würde mich mal interessieren, ob die gleiche Person mit ihrem Auto/ Transporter/ LKW freiwillig auf einem Feldweg fahren würde, wenn parallel dazu die Autobahn verläuft. Das entspricht nämlich durchaus häufig dem Verhältnis zwischen dem Zustand des Radweges und dem der Straße.

(*) Quelle: https://www.adfc.de/verkehr–recht/recht/regeln-fuer-radfahrer/rennrad-und-radweg/rennrad-und-radwegebenutzungspflicht

(**) Nachtrag: Laut des folgenden Artikels aus dem Tagesspiegel sind es sogar 85% der Befragten, die bis heute nicht wissen, dass Radfahren auf der Straße auch bei vorhandenem Radweg in der Regel erlaubt ist.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/radfahrer-und-verkehrsregeln-besser-auf-der-strasse-bleiben-trotz-radweg/9973800.html

Meine Interpretation: Wahrscheinlich hat man im Verkehrsministerium Schelte von der Autlobby bekommen und verschweigt die Regel jetzt einfach… die haben es halt auch nicht leicht.

Mobilitätsverhinderung (1) – Vollsperrung der Potsdamer Brücke in Berlin

Die Massen an Autos und LKW, die durch eine verfehlte Verkehrs- und Investitionspolitik in die Städte gepresst werden, verstopfen den öffentlichen Raum und verhindern durch Schwarmdummheit auch noch die Mobiltät der anderen, vernünftigen Verkehrsarten.

Die Ordnungsämter haben vor dem Heer von Fahrzeugen längst kapituliert und haben dem kollektiven Fehlverhalten offenbar nichts mehr entgegen zu setzen.
„Mobilitätsverhinderung (1) – Vollsperrung der Potsdamer Brücke in Berlin“ weiterlesen

Radfahrer, kommt klar! (1)

Aktuell: Alt Moabit

Aus der Rubrik: „Radfahrer seht halt bitteschön wo ihr bleibt“, oder kurz „kommt klar“. So sieht das aus, wenn man in Berlin ein Loch gräbt, eine Straße saniert oder sonst irgendetwas anderes baut oder zu bauen versucht. Da wird man als Radfahrer dann einfach mitten rein geschickt in den Verkehr.

Ich warte täglich auf den ersten Verletzten.

Es ändert sich nichts…

Ganz herzlichen Dank an die Betonfraktion (Verkehrsverwaltung).

PS: Wer hier als Radfahrer den Gehweg benutzt handelt meines Erachtens in Notwehr und hat mein volles Verständnis, solange er Rücksicht auf die Fußgänger nimmt.

NACHTRAG:
Da ich heute an genau dieser Stelle bei Verlassen der Toreinfahrt auf dem Fußweg von einem schwachmatigen Radfahrer im Pseudo-Fahrradkurier-Look beinahe umgenietet worden wäre, möchte ich doch auf den zweiten, konditionalen Halbsatz in meinem PS nochmal deutlich hinweisen: „solange er Rücksicht auf die Fußgänger nimmt.

Stau, Stau und immer mehr Stau

Wenn ich mich mit Bekannten, Freunden und Kollegen unterhalte stellen wir immer wieder fest, dass eigentlich alle den motorisierten Verkehr zumindest als große Belastung empfinden. Sei es, weil die Agression auf der Straße ein abartiges Niveau erreicht hat, weil die Rücksichtslosigkeit beim Parken, Hupen und Rasen jeder Beschreibung spottet oder weil man im Ergebnis kaum noch atmen oder ruhig schlafen kann. „Stau, Stau und immer mehr Stau“ weiterlesen