Jeden Tag das Gleiche… (2)

Heute bin ich durch Wilmersdorf geradelt, ein Bezirk in dem nach meiner Erfahrung das autofixierte und -zentrierte Lebensgefühl der 70er und 80er Jahre fast unverändert und allen Staus zum Trotz fortbesteht. Das macht sich unter anderem durch besonders viele auf dem Radweg parkende Fahrzeuge aller Größen bemerkbar.

An der Ecke Schlüter- und Kantstraße ist der Radweg dann durch einen Refood-Laster komplett blockiert. Es stauen sich ein paar Autos von der Kreuzung zurück, ich schaue, ob ich da wohl zwischendurch passe. Scheisse zu eng. Und ich touchiere leicht den rechten Außenspiegel eines wartenden Mercedes B-Klasse mit der Spitze meines Lenkers. Es macht leise „klack“. Ich bleibe stehen und entschuldige mich bei dem hastig aussteigenden Mann, der sofort rummeckert, meine Entschuldigung ignoriert und anfängt mich festzuhalten mit den Worten „Dageblieben, Meister“. Und das obwohl ich keine Anstalten mache, mich zu entfernen und schon längst weg gewesen wäre, wenn ich gewollt hätte. Ich fordere ihn auf mich loszulassen und stattdessen zu schauen, ob sein Spiegel Schaden genommen hat.

Er stellt fest: Es ist überhaupt nichts passiert!

Das hindert ihn nicht daran, mich weiter zu bemeckern und rumzuschimpfen. Ich ignoriere das und fahre weiter.

Mehrere Kreuzungen weiter komme ich zufällig wieder neben dem Wagen zu stehen. Der Mann hat sich nicht etwa beruhigt, sondern offenbar weiter in seinen Zorn gesteigert. Das ganze gipfelt in der Verwünschung, ich möge einen schweren Unfall haben und 8 Wochen im Krankenhaus liegen. Echt jetzt!

Weil ich sein Auto versehentlich berührt habe!

Eure Gewaltbereitschaft kotzt mich.

 

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